Pohl-Martin-Senza-(I)-2013

Martin Pohl
Senza (I)
120 x 60 cm, 2013

Mischtechnik auf Holz
Martin Pohl ist ein Künstler, der das Malen per se in den Mittelpunkt stellt. Seine Bilder erzielen eine außergewöhnliche Strahlkraft. Mit einer Klarheit, die von Leichtigkeit getragen zu sein scheint, erschafft er satte Atmosphären.

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Werkbeschreibung

„Pohl kann in seiner Reduktion auf fundamentale Malvorgänge zu den Vertretern einer prozessualen Malerei gezählt werden. Prozessuale Malerei ist der Versuch, Bildgestaltung primär aus maßgeblichen Eigenschaften und Reaktionsweisen der Farben zu entwickeln und nicht aus narrativen oder kompositionellen Vorstellungen.

Durch An- und Zumalen, Zuspachteln, Tropfen, Spritzen, Eintauchen und Anschütten entstehen kreativ gelenkte Selbstdarstellungen von Malerei, in denen die Konsistenz der Farbe in ihrem Verhältnis zur Schwerkraft und zur Beschaffenheit des Bildträgers sichtbar wird. Grundgelegt waren solche Ansätze in der gestisch-prozesuallen Malerei des Informel, deren zunehmende Entleerung zur pathetisch-akademischen Attitüde aber zum Gegenbild dieser neuen selbstreflexiven Malerei wurde. Das Ergebnis prozessualer Malerei in reinster und reduziertester Form sind Monochromien wie die von Yves Klein oder musterartige All-over-Strukturen wie Jackson Pollocks „drip paintings“. Aber bis heute gibt es ein breites Spektrum unterschiedlichster individueller Ausformungen dieses Phänomens. Martin Pohl nimmt darunter eine konsequent eigenständige Position ein.

zitiert aus dem Katalog Martin Pohl, Seite 45, ISBN 978-88-7283-420-6